Wer den Beruf des Schornsteinfegers in Betracht zieht, möchte meist zwei Dinge wissen: Was bleibt monatlich übrig und wie entwickelt sich das Einkommen nach der Ausbildung? Die aktuellen Vergleichswerte, Tariflöhne, Ausbildungsvergütungen und Aufstiegsmöglichkeiten zeigen ein realistisches Bild vom Verdienst in Deutschland.
Das Wichtigste zum Schornsteinfeger-Gehalt auf einen Blick
- 4.186 Euro brutto im Monat beträgt der aktuelle Median für vollzeitbeschäftigte Schornsteinfeger.
- Während der Ausbildung gibt es mindestens 900, 1.000 und 1.100 Euro brutto im ersten, zweiten und dritten Lehrjahr.
- Gesellen erhalten nach Tarif mindestens 20,19 Euro brutto pro Stunde.
- Mit Berufserfahrung oder Meisterprüfung steigt der Tariflohn auf etwa 23,20 bis 24,63 Euro pro Stunde.
- Netto hängt der tatsächliche Betrag vor allem von Steuerklasse, Kirchensteuer und Krankenkasse ab.

Was Schornsteinfeger 2026 verdienen
Als grobe Orientierung liegt das monatliche Bruttogehalt bei vollzeitbeschäftigten Schornsteinfegern bei rund 4.186 Euro. Das entspricht etwa 50.232 Euro brutto im Jahr, wenn zwölf Monatsgehälter zugrunde gelegt werden. Die Zahl ist ein Median, kein garantierter Einstiegslohn. Die Hälfte der Beschäftigten verdient weniger, die andere Hälfte mehr.
Die mittleren 50 Prozent liegen ungefähr zwischen 3.766 und 4.351 Euro brutto im Monat. Diese vergleichsweise enge Spanne ist hilfreich, weil sie die Realität besser abbildet als ein einzelner Durchschnittswert. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit beziehen sich solche Angaben auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte und nicht auf Auszubildende oder Selbstständige.
| Berufliche Situation | Bruttoverdienst pro Monat | Einordnung |
|---|---|---|
| Ausbildung, 1. Lehrjahr | mindestens 900 Euro | Tarifliche Ausbildungsvergütung |
| Ausbildung, 2. Lehrjahr | mindestens 1.000 Euro | Tarifliche Ausbildungsvergütung |
| Ausbildung, 3. Lehrjahr | mindestens 1.100 Euro | Tarifliche Ausbildungsvergütung |
| Geselle mit Berufserfahrung | etwa 3.400 bis 4.000 Euro | Abhängig von Tarifgruppe, Region und Betrieb |
| Median Vollzeit | etwa 4.186 Euro | Vergleichswert für Fachkräfte |
| Schornsteinfegermeister | häufig über 4.000 Euro | Mehr Verantwortung und bessere Aufstiegschancen |
Mein Eindruck aus Gehaltsvergleichen ist, dass viele Interessierte den Median mit einem Einstiegsgehalt verwechseln. Wer gerade die Gesellenprüfung bestanden hat, startet meist darunter und nähert sich dem mittleren Wert erst mit zunehmender Erfahrung, zusätzlichen Aufgaben oder einem Arbeitgeber mit guter Tarifbindung.
Wie viel verdient man während der Ausbildung
Die Ausbildung zum Schornsteinfeger dauert in der Regel drei Jahre und findet dual statt. Die monatliche Mindestvergütung beträgt seit 2026 im ersten Lehrjahr 900 Euro brutto, im zweiten 1.000 Euro und im dritten 1.100 Euro.
Das ist eine tarifliche Untergrenze. Einige Betriebe zahlen mehr oder bieten zusätzliche Leistungen wie Fahrtkostenzuschüsse, Arbeitskleidung, vermögenswirksame Leistungen oder Weihnachtsgeld. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick in den Ausbildungsvertrag. Entscheidend ist nicht nur die monatliche Zahl, sondern auch, welche Kosten der Betrieb übernimmt.
Was nach der Ausbildung möglich ist
Im ersten Gesellenjahr gilt laut Bundestarifvertrag ein Bruttostundenlohn von mindestens 20,19 Euro. Bei einer beispielhaften Arbeitszeit von 39 Stunden pro Woche entspricht das grob 3.400 Euro brutto im Monat. Der tatsächliche Monatslohn kann durch Arbeitszeit, Sonderzahlungen und Zuschläge abweichen.
Nach fünf Jahren praktischer Tätigkeit steigt die tarifliche Einstufung auf mindestens 23,20 Euro pro Stunde. In Baden-Württemberg sind für bestimmte Gruppen leicht höhere Werte vorgesehen. Für Meister oder sehr erfahrene Fachkräfte liegen die tariflichen Sätze bei rund 24 Euro pro Stunde und darüber.
Welche Faktoren den Verdienst beeinflussen
Das Einkommen hängt nicht allein vom Berufsabschluss ab. Eine große Rolle spielen Berufserfahrung, Tarifbindung, Region und Verantwortungsbereich. Zwei Schornsteinfeger mit identischer Ausbildung können deshalb unterschiedlich verdienen, wenn sie in verschiedenen Betrieben oder Bundesländern arbeiten.
Region und Arbeitgeber
In wirtschaftsstarken Regionen und Ballungsräumen sind die Gehälter oft höher. Gleichzeitig steigen dort aber auch die Lebenshaltungskosten. Ein etwas niedrigeres Einkommen in einer ländlichen Region kann deshalb unterm Strich mehr Kaufkraft bieten, besonders wenn der Arbeitgeber Fahrtkosten oder ein Fahrzeug übernimmt.
Auch die Größe des Betriebs macht einen Unterschied. Kleine Fachbetriebe bieten manchmal eine persönlichere Arbeitsumgebung, haben aber nicht immer dieselben Zusatzleistungen wie größere Unternehmen. Ich würde deshalb bei einem Jobangebot immer das Gesamtpaket vergleichen und nicht nur den Bruttolohn.
Aufgaben und Zusatzverantwortung
Wer neben den klassischen Tätigkeiten zusätzliche Prüfungen, Messungen oder beratende Aufgaben übernimmt, kann besser eingruppiert werden. Für bestimmte Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Feuerstättenschau kann ein Zuschlag von 10 Prozent vorgesehen sein.
Auch regelmäßige Weiterbildungen verbessern die Verhandlungsposition. Besonders gefragt sind Kenntnisse zu modernen Heizsystemen, Energieeffizienz, Brandschutz und den technischen Anforderungen neuer Anlagen. Der Beruf besteht längst nicht mehr nur aus dem Kehren von Schornsteinen.
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Angestellt oder selbstständig
Das Einkommen eines angestellten Schornsteinfegers lässt sich relativ gut über Tarifwerte und Gehaltsdaten vergleichen. Bei einem selbstständigen Betrieb ist das schwieriger, weil Umsatz und persönlicher Gewinn nicht dasselbe sind.
Selbstständige müssen unter anderem Fahrzeug, Messgeräte, Versicherungen, Verwaltung und Altersvorsorge finanzieren. Ein höherer Umsatz bedeutet daher nicht automatisch ein höheres persönliches Einkommen. Der Schritt in die Selbstständigkeit kann sich lohnen, er bringt aber deutlich mehr finanzielles Risiko und organisatorische Verantwortung mit sich.
Was vom Bruttogehalt netto übrig bleibt
Ein Bruttogehalt von 4.186 Euro führt nicht bei jedem Beschäftigten zum gleichen Nettobetrag. Steuerklasse, Familienstand, Kinderfreibeträge, Kirchensteuer und die gewählte Krankenkasse verändern die Auszahlung spürbar.
| Brutto im Monat | Grobe Netto-Spanne | Typische Einordnung |
|---|---|---|
| 3.400 Euro | etwa 2.300 bis 2.450 Euro | Berufseinstieg als Geselle |
| 4.186 Euro | etwa 2.750 bis 2.900 Euro | Median für Vollzeitbeschäftigte |
| 4.900 Euro | etwa 3.150 bis 3.350 Euro | Erfahrene Fachkraft oder Meister |
Die Werte sind nur grobe Richtwerte für eine alleinstehende Person ohne besondere Freibeträge. Für eine konkrete Planung sollte man einen aktuellen Brutto-Netto-Rechner verwenden. Gerade bei der Entscheidung für eine Ausbildung oder einen Umzug ist außerdem wichtig, ob der Betrieb Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, ein Dienstfahrzeug oder bezahlte Fahrtzeiten anbietet.
Wie sich das Gehalt mit der Karriere entwickelt
Der typische Weg beginnt mit der dualen Ausbildung und der Gesellenprüfung. Danach steigt der Verdienst vor allem durch praktische Erfahrung, bessere Tarifgruppen und zusätzliche Fachkenntnisse. Wer dauerhaft mehr Verantwortung übernehmen möchte, kann die Meisterprüfung im Schornsteinfegerhandwerk anstreben.
Ein Meisterabschluss eröffnet mehrere Möglichkeiten. Dazu gehören die Leitung eines Betriebs, die Ausbildung von Nachwuchskräften und später auch die Selbstständigkeit. Finanziell ist der Meister nicht automatisch ein großer Sprung, aber er verbessert die Auswahl an Stellen und die Verhandlungsposition deutlich.
- Geselle: Einstieg nach der Ausbildung mit tariflicher Grundvergütung.
- Erfahrener Geselle: Höhere Tarifgruppe nach mehreren Jahren Berufspraxis.
- Meister: Mehr Verantwortung, bessere Aufstiegschancen und Zugang zur Betriebsleitung.
- Selbstständiger Schornsteinfeger: Höhere Umsatzmöglichkeiten, aber auch höhere laufende Kosten und Risiken.
Wer den Beruf wegen des Geldes wählt, sollte die Arbeitsbedingungen realistisch einschätzen. Arbeiten auf Dächern, wechselnde Einsatzorte, körperliche Belastung und der Kontakt mit Kunden gehören fest dazu. Nach meiner Einschätzung ist das Einkommen dann attraktiv, wenn man technisches Interesse mitbringt und bereit ist, sich über die Ausbildung hinaus weiterzuentwickeln.
Worauf Bewerber beim Gehaltsvergleich achten sollten
Ein gutes Angebot erkenne ich nicht an einer großen Zahl allein. Entscheidend ist, ob der Lohn tariflich geregelt ist, wie viele Wochenstunden vereinbart sind und ob Überstunden bezahlt oder durch Freizeit ausgeglichen werden.
- Ist der Betrieb tarifgebunden oder nennt er nur einen unverbindlichen Stundenlohn?
- Wer übernimmt Kosten für Arbeitskleidung, Werkzeug und Fahrten?
- Gibt es Zuschläge für besondere Aufgaben oder zusätzliche Qualifikationen?
- Wie werden Berufsschulzeiten, Überstunden und auswärtige Einsätze behandelt?
- Welche Entwicklung ist nach der Gesellenprüfung vorgesehen?
Besonders häufig wird die Ausbildungsvergütung isoliert betrachtet. Ein Betrieb mit 50 Euro mehr im Monat ist nicht zwingend attraktiver, wenn dafür Fahrtkosten, Unterkunft bei Blockunterricht oder Arbeitskleidung selbst bezahlt werden müssen. Ein kurzer Vergleich aller Leistungen schützt vor falschen Erwartungen.
Was beim Schornsteinfeger-Gehalt wirklich zählt
Für 2026 lässt sich der Beruf finanziell solide einordnen. Während der Ausbildung beginnt die Vergütung bei mindestens 900 Euro brutto, als Fachkraft liegt der mittlere Vollzeitverdienst bei rund 4.186 Euro, und mit Erfahrung oder Meisterabschluss sind höhere Tarifgruppen erreichbar.
Die wichtigste Zahl im eigenen Fall steht jedoch meist nicht in einer allgemeinen Gehaltstabelle, sondern im Arbeitsvertrag. Tarifgruppe, Wochenstunden, Zuschläge und Zusatzleistungen entscheiden darüber, wie attraktiv ein Angebot tatsächlich ist und wie schnell sich das Einkommen weiterentwickeln kann.
