Wer über den Polizeiberuf nachdenkt, möchte meist zuerst wissen, ob sich die Verantwortung auch finanziell lohnt. Die Frage, wie viel ein Polizist verdient, lässt sich für Deutschland mit einer groben Spanne von etwa 3.100 bis über 6.000 Euro brutto im Monat beantworten. Entscheidend sind Besoldungsgruppe, Bundesland, Dienstjahre, Zulagen und die gewählte Laufbahn.
Das Einkommen hängt stärker von Laufbahn und Dienstherrn ab als vom Berufstitel
- Berufseinstieg: Im mittleren Dienst sind rund 3.100 bis 3.900 Euro brutto möglich, im gehobenen Dienst meist etwa 3.200 bis 3.600 Euro zum Start.
- Bundespolizei: Ein Polizeikommissar in A9 beginnt 2026 beim Bund mit rund 3.551 Euro brutto monatlich.
- Zulagen: Polizei-, Schicht-, Nacht- und Familienzuschläge können das Einkommen um mehrere hundert Euro erhöhen.
- Netto: Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung, müssen aber Kosten für Krankenversicherung oder Heilfürsorge einplanen.
- Ausbildung: Polizeianwärter erhalten bereits während der Ausbildung meist etwa 1.300 bis 1.700 Euro brutto.

Wie viel verdient ein Polizist in Deutschland im Monat
Für eine realistische Antwort muss man zwischen Grundgehalt und tatsächlicher Besoldung unterscheiden. Das Grundgehalt steht in der Besoldungstabelle. Dazu kommen je nach Einsatzort und persönlicher Situation verschiedene Zuschläge.
Bei der Bundespolizei gilt 2026 die Bundesbesoldungsordnung. Die folgende Tabelle zeigt typische monatliche Grundgehälter vor Zulagen und Steuerabzügen. Die Werte reichen von der Einstiegsstufe bis zur höchsten Erfahrungsstufe der jeweiligen Gruppe.
| Besoldungsgruppe | Typischer Dienstgrad | Einstieg brutto | Höchste Erfahrungsstufe |
|---|---|---|---|
| A7 | Polizeimeister | ca. 3.160 € | ca. 3.901 € |
| A8 | Polizeiobermeister | ca. 3.324 € | ca. 4.217 € |
| A9 | Polizeihauptmeister oder Polizeikommissar | ca. 3.561 € | ca. 4.535 € |
| A10 | Polizeioberkommissar | ca. 3.789 € | ca. 5.055 € |
| A11 | Polizeihauptkommissar | ca. 4.296 € | ca. 5.612 € |
| A13 | Polizeirat oder Erster Polizeihauptkommissar | ca. 5.343 € | ca. 6.806 € |
Diese Zahlen gelten als Orientierung für den Bund. Landespolizeien verwenden eigene Besoldungstabellen. Deshalb kann ein Polizist in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen oder Sachsen ein anderes Grundgehalt erhalten als ein Kollege mit gleichem Dienstgrad in Bremen oder Berlin.
Meine wichtigste Faustregel lautet deshalb: Wer nur eine einzelne Gehaltszahl nennt, macht es sich zu einfach. Für eine brauchbare Einschätzung müssen immer Bundesland, Laufbahn und Erfahrungsstufe zusammen betrachtet werden.
Warum Bundesland und Laufbahn so viel ausmachen
Deutschland hat nicht nur eine Polizei. Bewerber entscheiden sich entweder für die Bundespolizei oder für eine der 16 Landespolizeien. Die Länder legen ihre Besoldung selbst fest und passen sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten an.
Beim Einstieg in den gehobenen Dienst, meist der Besoldungsgruppe A9, lagen die monatlichen Grundgehälter 2026 je nach Land grob zwischen 3.200 und 3.500 Euro brutto. Die Bundespolizei lag mit rund 3.552 Euro am oberen Ende dieser Orientierung. Ein höheres Grundgehalt ist aber nicht automatisch das beste Gesamtpaket.
| Vergleichspunkt | Bundespolizei | Landespolizei |
|---|---|---|
| Besoldung | Bundesbesoldung mit eigenen Erfahrungsstufen | Besoldung nach Landesrecht |
| Typischer Einstieg im gehobenen Dienst | etwa 3.552 € brutto in A9 | je nach Bundesland etwa 3.200 bis 3.500 € brutto |
| Einsatzorte | bundesweit, Bahnhöfe, Flughäfen und Grenzen | überwiegend innerhalb des jeweiligen Bundeslandes |
| Krankenversorgung | häufig freie Heilfürsorge | Heilfürsorge oder Beihilfe, abhängig vom Land |
| Ruhestandsalter | in der Regel etwa 62 Jahre | oft 60 bis 62 Jahre, je nach Land |
Auch die Laufbahn verändert das Einkommen deutlich. Im mittleren Dienst beginnt die Karriere häufig in A7 oder A8. Wer ein duales Studium absolviert, startet meist im gehobenen Dienst und wird nach dem Abschluss häufig in A9 übernommen.
Ein häufiger Denkfehler ist, die Ausbildung mit einem normalen Ausbildungsgehalt zu vergleichen. Polizeianwärter erhalten bereits Anwärterbezüge, die je nach Dienstherr und Laufbahn ungefähr 1.300 bis 1.700 Euro brutto betragen können.
Was bleibt netto vom Polizeigehalt übrig
Das Nettogehalt lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Steuerklasse, Kirchensteuer, Kinder, Familienstand, Bundesland und Krankenversicherung verändern den Betrag spürbar.
Ein lediger Polizeikommissar in A9 mit rund 3.700 bis 3.800 Euro Gesamtbrutto, also inklusive einer Polizeizulage, kann grob etwas über 3.000 Euro nach Lohnsteuer erhalten. Davon müssen je nach Modell noch Beiträge für eine private Krankenversicherung abgezogen werden. Das ist eine Modellrechnung, kein garantierter Auszahlungsbetrag.
| Bestandteil | Typische Wirkung auf das Einkommen |
|---|---|
| Grundgehalt A9 | etwa 3.200 bis 3.600 € zum Einstieg, je nach Dienstherr |
| Polizeizulage | häufig rund 100 bis über 200 € monatlich |
| Schicht- und Nachtzulagen | oft einige Dutzend bis mehrere hundert Euro |
| Familienzuschlag | abhängig von Ehe, Kindern und Bundesland |
| Krankenversicherung | individuelle Kosten bei Beihilfe und privater Restkostenversicherung |
Der Vorteil des Beamtenstatus ist, dass keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen werden. Dafür ist die Krankenversorgung anders organisiert. Bei freier Heilfürsorge übernimmt der Dienstherr viele Kosten direkt, während bei Beihilfe meist eine ergänzende private Krankenversicherung nötig ist.
Ich würde deshalb niemals nur das Netto auf dem Gehaltszettel vergleichen. Ein scheinbar höheres Einkommen kann durch höhere Wohnkosten, private Versicherungsbeiträge oder eine ungünstigere Familienregelung teilweise wieder relativiert werden.
Wie steigt das Einkommen im Laufe der Karriere
Innerhalb einer Besoldungsgruppe steigt das Gehalt normalerweise mit der Erfahrungsstufe. Diese Stufen werden nach festgelegten Dienstzeiten erreicht. Beim Bund gibt es in den typischen Besoldungsgruppen acht Stufen, während einige Länder mehr Stufen vorsehen.
Der Aufstieg innerhalb einer Gruppe erfolgt weitgehend planbar. Eine Beförderung in A10, A11 oder höher ist dagegen nicht automatisch. Sie hängt von Leistung, Eignung, Beurteilung und verfügbaren Planstellen ab.
Mittlerer Dienst
Der mittlere Polizeivollzugsdienst beginnt häufig in A7. Mit Berufserfahrung und Beförderungen sind A8 und A9 möglich. Das Grundgehalt kann dadurch beim Bund von etwa 3.160 Euro auf rund 4.500 Euro oder mehr steigen, bevor weitere Zuschläge berücksichtigt werden.
Gehobener Dienst
Nach einem dualen Studium beginnt die Laufbahn typischerweise in A9. Mit zunehmender Verantwortung sind A10 bis A13 erreichbar. Besonders A11 und A12 bieten ein deutlich höheres Einkommen, setzen aber in der Regel anspruchsvollere Aufgaben, zusätzliche Qualifikationen und eine entsprechende Planstelle voraus.
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Höherer Dienst und Führungsaufgaben
Im höheren Dienst liegen die Einstiegsämter meist bei A13 oder darüber. Dort arbeiten Polizeibeamte beispielsweise in leitenden Funktionen, in der Kriminalitätsbekämpfung oder in strategischen Bereichen. Über 6.000 Euro brutto monatlich sind in höheren Erfahrungsstufen realistisch, Führungspositionen können deutlich darüber liegen.
Welche Zulagen und Vorteile wirklich zählen
Die Polizeizulage ist der bekannteste Zusatz zum Grundgehalt. Beim Bund beträgt sie nach den derzeitigen Regelungen ungefähr 95 Euro nach einem Dienstjahr und etwa 228 Euro nach zwei Dienstjahren. Die Länder verwenden eigene Beträge und Staffelungen.
Wer regelmäßig nachts, an Wochenenden oder Feiertagen arbeitet, kann zusätzlich Schicht- und Dienstzulagen erhalten. Diese Zahlungen sind attraktiv, aber sie hängen davon ab, wie der Dienstplan tatsächlich aussieht. Wer in eine reine Tagesfunktion wechselt, verliert oft einen Teil dieser Zuschläge.
- Polizeizulage für den Vollzugsdienst
- Nacht-, Sonn- und Feiertagszulagen bei entsprechenden Dienstzeiten
- Familienzuschlag für Ehe und Kinder
- mögliche Ballungsraum- oder Hauptstadtzulagen
- freie Heilfürsorge oder Beihilfe zur Krankenversorgung
- jährliche Sonderzahlungen in einigen Bundesländern
Gerade die Krankenversorgung wird bei Gehaltsvergleichen oft übersehen. Ein Land mit etwas niedrigerem Bruttogehalt kann finanziell attraktiver sein, wenn die freie Heilfürsorge einen größeren Teil der Gesundheitskosten abdeckt.
Was Bewerber beim Gehaltsvergleich prüfen sollten
Wer sich für die Polizei interessiert, sollte nicht nur nach dem höchsten Einstiegsgehalt suchen. Ich würde vor einer Bewerbung mindestens fünf Punkte vergleichen, weil sie den langfristigen finanziellen Unterschied ausmachen.
- Besoldungsgruppe nach Ausbildung oder Studium
- Grundgehalt in der ersten und letzten Erfahrungsstufe
- Höhe und Voraussetzungen der Polizeizulage
- Regelung zu Heilfürsorge, Beihilfe und privater Krankenversicherung
- Wohnkosten, Versetzungsmöglichkeiten und tatsächliche Schichtbelastung
Auch die Ausbildung sollte in die Rechnung einfließen. Die Anwärterbezüge sind zwar niedriger als das spätere Gehalt, aber die Laufbahn ist bezahlt und bietet eine vergleichsweise klare Entwicklung. Dafür muss man mit Schichtdienst, möglicher Versetzung und hoher persönlicher Belastung rechnen.
Finanziell ist der Polizeiberuf in Deutschland solide und planbar, aber nicht in jeder Laufbahn gleich attraktiv. Wer langfristig mehr verdienen möchte, sollte den gehobenen Dienst, zusätzliche Qualifikationen und spätere Führungsaufgaben von Anfang an mitdenken.
Die sinnvollste Zahl für die eigene Karriereplanung
Als grobe Orientierung können Bewerber im Polizeidienst mit etwa 3.100 bis 3.600 Euro brutto zum Einstieg rechnen. Mit Erfahrungsstufen, Beförderungen und Zulagen steigt das Einkommen häufig auf 4.000 bis 5.500 Euro brutto, im gehobenen und höheren Dienst auch darüber.
Die verlässlichste Rechnung besteht aus drei Schritten. Zuerst wird die Besoldungstabelle des gewünschten Dienstherrn geprüft, danach werden Zulagen und Familienbestandteile ergänzt. Erst im letzten Schritt sollte man Steuern, Krankenversicherung und regionale Lebenshaltungskosten abziehen.
Damit wird klar, warum die Antwort auf die Gehaltsfrage nicht nur eine einzelne Zahl sein kann. Besoldungsgruppe, Bundesland und persönliche Situation entscheiden darüber, was am Monatsende tatsächlich zur Verfügung steht.
